Jede Stil - Epoche hat ihre Farben. Im Barock sind sie kräftig, denn Barock ist die Zeit des Überschwangs. Alles ist üppig. Verzierungen, Farben, feinste teure Materialien. Luxus soll vermittelt werden. Nichts ist zu teuer, zu oppulent, zu viel.
Ganz anders ist der gustavianische Stil. Natürlich ist es eine andere Zeit. Der Geschmack ändert sich, was wünschenswert und angesehen war, ist es nun vielleicht nicht mehr. Die Einrichtungsstile spiegeln das vermeindliche Innenleben und die moralischen Vorstellungen des darin wohnenden. Oder sind einfach nur Ausdruck einer Anpassung an den vorherrschenden oder erwarteten Lebensstil.
Als gustavianischen Stil bezeichnet man den klassizistischen Stil in der Architektur, im Design und im Kunsthandwerk in Schweden, der unter König Gustav III. (1771–1792) eingeführt wurde und sich unter Gustav IV. Adolf (reg. 1792–1809) fortsetzte. Der gustavianische Stil ist stark beeinflusst vom französischen Klassizismus zur Zeit König Ludwigs XVI. Der gustavianische Stil löste den Stil des Barock ab (ca 1575 bis 1770 ).
Typisch sind die kühlen Blau- und Grautöne und die unterschiedlichen Schattierungen verwaschenen oder verwitterten Weißen
Zoffany / british wallpaper |
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Farbpalette : gustavian |
Zum Zeitpunkt der Gustav Regierungszeit (1772-1792), konnte sich der Besitzer eines durchschnittlichen Herrenhauses in Schweden keine vergoldeten Möbel leisten. Daher entwickelten die lokalen Handwerker diese Möbel aus Materialien und Methoden die leichter zugänglich waren. Techniken wie marmorierte Oberflächen, schwedische "massive Kiefer" anstelle von Mahagoni und Wandmalereien an den Wänden an Stelle von Tapeten wurden verwendet, um die gleichen stilistischen Effekte zu erzielen.
Heute wird dann doch oft auf fein bedruckte Papiertapeten in pastelligen gedeckten Farbtönen zurückgegriffen, wenn "gustavianisch" eingerichtet wird ...
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Bis morgen , Eva