Freitag, 24. Juni 2016

Eine gehäkelte Midsommar Wimpelkette * a crochet Midsommar Pennant chain

Nachdem mir eine ganze Weile ernsthaft nichts eingefallen ist, was ich häkeln könnte, ist mir vorgestern endlich etwas eingefallen: eine Wimpelkette. Ich bewundere sie immer auf anderen Blogs und auf Instagram. Jetzt habe ich auch eine. Eine richtig schöne. In pastell - grün, rosa und hellem creme.




Das kleine Schmuckstück hängt im Flur ( eigentlich gehört es aber noch gedämpft - denn die Dreiecke sind dann schön gleichmäßig ) und macht ihn so sommerlich leicht. Das liegt aber auch daran, daß ich bei der Gelegenheit ganz kurzfristig von schwarzen Bilderrahmen auf weiße umdekoriert habe. Mir gefallt es so ausnehmend gut, weil nun ein paar schöne Meeresmotive und Vögel so schön sommerlich aussehen.






Die Wimpelkette besteht aus 24 kleinen Dreiecken - jeweils 8 Stück pro Farbe.

Und weil ich bei Instagram schon nach einer Anleitung gefragt wurde, gibt es die auch gleich.
Leider nur als Text-Beschreibung, denn eigentlich muß ich noch die letzten Reste packen. Für mich geht es in ein paar Stunden in den Urlaub. Dank Überraschungsbesuch zum Kaffee konnte ich leider keine Schritt - für - Schritt - Anleitung fotografieren. Ich werde sie aber später noch hier einfügen.


Abkürzungen:
M (Masche)
LM (Luftmaschen)
HStb ( halbe Stäbchen)




Anleitung DREIECKE:

MITTELTEIL:
Angefangen wird mit 3 Luftmaschen (LM).

1.Reihe:
In die 1.LM werden 2 halbe Stäbchen (HStb) gehäkelt = 3M

2.Reihe:
2LM ersetzen immer das 1.HStb, in die 1.M wird 1HStb gehäkelt, in jede Folgemasche immer 1 HStb. In die letzte Masche jeder Reihe : 2HStb = 5M

3.Reihe:
2LM und 1HStb in die 1.M, in jede Folgemasche 1HStb, in die letze M: 2HStb = 7M

4.Reihe:
2LM (... ) wie vor,  in die letzte M: 2HStb = 9M

5.Reihe - 12.Reihe wie vor, Faden auf  7cm kürzen, durch die letzte Masche ziehen.
Fadenenden vernähen




RAND:
Die langen Seiten werden mit halben Stäbchen umhäkelt, dafür an der langen Seite beginnen. in die erste Masche werden 2HStb, in jede Reihe 2 HStb gehäkelt.
Die Spitze : in die Masche, die die Spitze bildet, werden 2 HStb 3LM 2 HStb gehäkelt. Die zweite lange Seite wie die erste häkeln.
In die letzte M wieder 2HStb häkeln, Faden auf 7cm kürzen, durchziehen und vernähen


Die Wimpel zu einer Kette zusammenhäkeln:

mit cremefarbener Wolle werden 20 Luftmaschen angeschlagen. den ersten Wimpel nehmen, und durch die erste Masche der schmalen Seite den Faden der Wolle durchziehen und mit Kettmaschen von Masche zu Masche häkeln, bis das Ende des Wimpels erreicht ist. Nun 15 Luftmaschen häkeln, mit den nächsten Wimpeln genauso verfahren. Beendet wird die Luftmaschenkette mit 20 Luftmaschen. Faden kürzen und durch die letzte Masche ziehen.












... so und nun verabschiede ich mich in den Urlaub. Morgen in aller Früh geht es mit dem Prinzesschen nach Dänemark, und wir beide sind schon maximal aufgeregt.


Macht es Euch schön und habt es fein !

Eure Eva




Donnerstag, 16. Juni 2016

Minzsirup * Mint syrup

Endlich ist das Wetter etwas besser, also war ich endlich im Garten und habe meine marokkanische Minze geerntet. Dank der Regengüsse die sich mit ein paar Sonnenminuten abwechseln, wächst die Minze wie blöd. Damit die anderen Kräuter nicht total überwuchert werden, habe ich die Minze gestern zurückgeschnitten.




 

Eigentlich wollte ich bereits vor Tagen meinen neuen Minzsirup ausprobieren. Bei uns war es aber so regnerisch, daß die Pausen einfach nicht zur Minz-Ernte gereicht haben.  Das ist endlich anders, und ich kann 100g reine Minzblätter verarbeiten.





Das Rezept möchte ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten ...





100g Minzblätter
Saft von 1,5 Zitronen
400g Zucker
1 Teelöffel Salz
1 Liter Wasser

 Die Minze wird gewaschen und trockengetupft, danach alle Blättchen vom Stiel zupfen. Blättchen sehr klein zerreißen und in einen großen Topf geben. Zitronensaft, Salz und Zucker zugeben. Die Blättchen mit dem Zucker und der Zitrone verrühren. Mit einem Holzstößel wird die Mischung möglichst gründlich zerdrückt. Die Mischung im Anschluß mindestens 12 Stunden ziehen lassen.

Wasser zum Kochen bringen und über die Minzmasse gießen. Nochmals ca 12 Stunden durchziehen lassen. Den Sirup im Anschluß durch ein feines Sieb gießen und nochmals in einen sauberen Kochtopf geben. Den Sirup mindestens ein Mal kurz aufkochen lassen ( ich habe den Sirup 3x aufkochen und komplett abkühlen lassen und erst nach dem 4. köcheln heiß abgefüllt ) .

Gespülte Flaschen und einen Trichter sterilisieren ( kochendes Wasser hineingießen - auch über den Verschluß ), 5 Minuten warten. Die Flaschen vorsichtig ausgießen und gleich den heißen Sirup einfüllen. Flaschen verschließen und 30 Minuten liegend aufbewahren, damit die heiße Flüssigkeit nochmals den Verschluß sterilisiert.




Der Sirup soll sich so ca 4 Monate halten. Geöffnete Flaschen müssen natürlich im Kühlschrank aufbewahrt werden.




Natürlich habe ich den Sirup gleich ausprobiert. Ein bischen schmeckt der Sirup nach Pfefferminztee, allerdings hauptsächlich, wenn er noch warm ist. Den Tee-Geschmack bekomme ich mit 2 Eßlöffeln Zitronensaft, einer Scheibe Zitrone und mit sehr kaltem Mineralwasser weg. So schmeckt der Sirup richtig lecker !




Demnächst versuche ich die Variante mit Sekt, oder Ginger Ale, oder ....
Gut, daß ich so viel Sirup habe, daß ich alles ausprobieren kann.


Macht es Euch schön, und lasst es Euch gutgehen !
Eure Eva

Montag, 13. Juni 2016

Sommer - Garten mit Rhabarber * summer - garden with rhubarb

Nachdem ich seit  letztem Sonntag endlich wieder zu Hause angekommen bin ruft der Garten eindringlich nach Hilfe. Die letzten Regengüsse und die vielen Sonnenstunden sorgen im Garten für tropische Wachstumsschübe.


Es wächst wie verrückt und dann auch noch besonders gern zusammen, inneinander und durcheinander. Meine Rosen sehen dieses Jahr ganz prächtig aus - bis auf die kleinen Sorgenkinder, die ich letztes Jahr halb tot aus dem Baumarkt gerettet habe. Die brauchen noch etwas.




Für mich war der Rhabarber, den ich letztes Jahr auf dem Dorfflohmarkt gekauft und in einen großen Topf gepflanzt habe eine echte Bereicherung. Ich konnte inzwischen 1kg ernten - und das im ersten Jahr. Super !

Die Erntezeit für Rhabarber neigt sich dem Ende zu - also habe ich noch schnell ein paar Stiele geerntet und ein großes Blech Rhabarber-Streusel gebacken. Die übrig gebliebenen Stängel verarbeite ich heute noch zu Kompott zusammen mit ein paar Erdbeeren.

Weiter unten folgt das Rezept für diesen schlichten, aber sehr leckeren Kuchen.




Ich habe mich heute so richtig durchs Gemüsebeet gearbeitet. Erbsen und Bohnen wollten endlich angebunden werden, ein paar Salate wurden abgeschnitten, damit die Tomaten endlich einen guten Platz im Beet bekommen.

Ausgeschossener Mangold und Rucola ging direkt an die Hühner und haben für Begeisterung gesorgt. Oregano und Salbei habe ich eingekürzt und ein paar schöne Bündel zum Trocknen aufgehängt.




 



Für morgen steht der Kräutergarten und der Holunder  auf meiner Liste. Der Kräutergarten muß ausgelichtet und nachbepflanzt werden. Der Holunder kann auch einen kleinen Korrekturschnitt gebrauchen - und bei der Gelegenheit werde ich noch die letzten Blütendolden ernten.

Die Marokanische Minze übertreibt es momentan, also habe ich sie großzügig zurückgeschnitten. Die Holunderblüten möchte ich auch noch verarbeiten, deshalb wird morgen ein Sirup-Tag.



 Nun aber erstmal das Rezept:



Rezept

Zutaten:

Streusel:

150g Mehl 
100g Zucker
100 g Haferflocken 
120 g kalte Butter in kleinen Stücken
 

Teig:

 400 g Mehl 
200 g Zucker 
1 Pk. Vanillezucker  
1 Pk. Weinsteinbackpulver 
250 g weiche Butter 
1 Tl fein abgeriebene Bio-Zitronenschale
 4 Eier , (Kl. M) 
100 ml Milch
Salz

Belag:

4 Eßlöffel brauner Zucker
500g Rhabarberstangen
*( 1,2kg Rhabarber )

Zubereitung:

 

Für die Streusel werden 150 g Mehl, 100 g Zucker, Vanillezucker, 1 Prise Salz und die Haferflocken vermischt. Kalte Butter zugeben und mit den Händen zu einem krümeligen Teig verarbeiten. 
Sollen die Streusel etwas größer werden, löffelweise kaltes Wasser unterkneten. Streusel in den Kühlschrank  stellen.

Den Ofen auf 190 Grad (Umluft 170 Grad) vorheizen. Rhabarber putzen und in 1,5 -3 cm lange Stücke schneiden. 400 g Mehl und Backpulver mischen. Weiche Butter, 200 g Zucker, 1 Prise Salz und Zitronenschale mit den Quirlen des Handrührers circa 5 Minuten schaumig schlagen. 
Eier nacheinander jeweils 1⁄2 Minute unterrühren. Mehlmischung und Milch abwechselnd bei kleiner Stufe zügig unterrühren.






Den Teig gleichmäßig auf ein gefettetes und bemehltes Backblech (40 x 30 cm) streichen. Mit dem Rhabarber belegen und dem braunen Zucker bestreuen.
Die Streusel darauf verteilen. 

Im heißen Ofen auf der mittleren Schiene circa 35-40 Minuten backen



Die Streusel werden durch die Haferflocken ein bischen rustikaler und haben mehr Aroma als reine Weizenmehl-Streusel. Der braune Zucker bringt einen Hauch Karamell-Aroma. 

* Im Ursprungs-Rezept werden 1,2kg Rhabarber verarbeitet - das war mir persönlich etwas viel. 
Der Sohn von Frau Seidenfein ist ein bischen Obst - und Gemüse- mäkelig, diese Variante hat ihm aber geschmeckt.

Nächstes Mal kommt vielleicht doch mehr Rhabarber auf den Teig... mal schauen.


Ich wünsche Euch einen schönen Wochenbeginn !
Macht es Euch schön,
Eure Eva






Donnerstag, 9. Juni 2016

Spurensuche - ein Wochenendausflug nach Polen * Tracing the Past - a weekend trip to Poland

Ach das war schön ! Meine Mutter hat uns "Kinder" zu einem Wochenendausflug in ihre frühere Heimat Bad Flinsberg eingeladen. Sie wollte meinen Geschwistern unbedingt zeigen, wo sie bis zu ihrem 10. Lebensjahr gelebt hat.




Es war eine tolle Kindheit in einem kleinen Häuschen mit großem Obst- und Gemüsegarten, mit Hühnern, einem Bach neben dem Grundstück. Eine kleine Siedlung mit selbstgebauten Häuschen mit Schuppen direkt am Waldrand. Der Wald proppe voller Blaubeeren und Pilze. Die Wiesen kunterbunt vor Blumen. Mutter und Vater und 3 Geschwister. Unzählige Kinder mit denen Fangen gespielt wurde, Brennball die ganze Straße hoch und runter und im Winter Schlitten fahren.




Bad Flinsberg oder Świeradów-Zdrój ist ein Kurort am am Queis im Isergebirge und liegt in Niederschlesien in der Nähe der deutschen und der tschechischen Grenze. Zu der Zeit, als meine Mutter mit ihrer Familie dort lebte kamen auf 3.000 Einwohner 25.000 Kurgäste. Heute ist es ein Kurort und ein beliebtes Wintersportgebiet in Polen.


Als Erwachsener "nur" mit Eltern und Geschwistern zu verreisen fand ich vorab schon sehr spannend. Ach - und es war wirklich schön.

Am letzten Freitag sind wir morgens losgefahren. Nach 6 Stunden bzw. 470 km konnten wir in das Hotel einchecken - einer schönen alten Jugendstilvilla. Die Zimmer haben einen schönen altmodischen Charme und haben teilweise noch alten Dielenböden, und manche auch eine Tür auf einen der alten Holzbalkone. Eine schöne Überraschung war das kleine Restaurant mit polnischen oder thailändischen Gerichten. Ich war mehr für thailändisch und das war richtig gut.





Kaum angekommen ging es gleich in den Ort - die neu hergerichtete Kurstraße ansehen, ein bischen schlendern. Das alte Kurhaus kann zwar nicht besichtigt werden, aber es gibt eine Wandelhalle aus Holz - und die ist sehr interessant







Dann ging es zurück in die Kindheit. Das Häuschen ansehen, die Siedlung ...





  

"wir müssen hier lang - nein - doch nicht - ach wie sich alles verändert hat"








"... und da hat mein Schulfreund gewohnt, die Wiese neben unserem Haus mit dem kleinen Bach. Dort war die Schule, hier der Bahnhof - aber die Schienen gibt es nicht mehr ..."





"... da lebte meine Schulfreundin, bei der wir immer schaukeln waren." 
"  ... und da gab es immer Butterbrote für uns Kinder.... ", 
"das Haus von Freunden meiner Eltern, 
die Blumenwiese, ....




.... mein Geburtshaus, da haben wir noch mit Großmuttl gewohnt ... "





"Ach es ist ja so schön hier - die Berge, die Bäume und wie es hier riecht - die Luft ist so ganz anders".

 


Für meine Mutter war es ein Wechselbad der Gefühle. meine Mutter erzählt gern von den vielen schönen Orten und Stellen ihrer Kinderzeit - als die Welt noch in Ordnung war.

Wir haben so viel in den 2 Tagen erlebt, und fast alles angesehen was meine Mutter "nochmal sehen" wollte. Die Heufuderbaude, der dazugehörige Berg, auf dem so viele Blaubeeren und Preiselbeeren wuchsen ...







Es gab auch traurige Momente, denn die kleine heile Kinder - Welt meiner Mutter ging in tausende Scherben. Die kleine Familie blieb nicht wie sie war, Großvater und Vater waren tot. Meine Mutter, ihre Geschwister und meine Oma flüchteten in einem Güterzug in den Westen. Jeder mit nur einem Koffer.





So wie es fast einer ganzen Generation ging. Die Sehnsucht nach diesem Ort ist vielleicht die Sehnsucht nach dieser kleinen perfekten Welt einer sehr glücklichen Kindheit.







Für meine Mutter war es nach Hause kommen, für meine Geschwister und mich ein Ausflug nach Świeradów-Zdrój in Polen.





Unser Zuhause ist in Niedersachsen - da wo unsere Familie lebt.



  Und da mache ich es mir schön,
Eure Eva